Sorgfaltspflicht bei Tropenholz
Sicherheit bei Tropenholz
Die Vielfalt und Qualität tropischer Holzarten ist enorm. Die für Holzimporteure verpflichtende Sorgfaltspflicht schafft Sicherheit und Vertrauen beim Kauf von Importholz.
Bis vor wenigen Jahren war Piquiá auf dem europäischen bzw. deutschen Markt ein weitgehend unbekanntes Sortiment. Erst durch den ständig wachsenden Bedarf an Terrassendielen wurde es als Alternative für in diesem Segment bereits etablierte Hölzer wie zum Beispiel Garapa angeboten und importiert. Hinsichtlich Festigkeitseigenschaften und natürlicher Dauerhaftigkeit bietet Piquiá die nötigen Voraussetzungen für diese Verwendung, erfordert jedoch eine sehr sorgfältige Sortierung, um den Qualitätsansprüchen für Terrassendielen zu genügen.
Kernholz im frischen Zustand graubraun bis gelblich braun, gelegentlich mit dunklen Farbstreifen, geringfügig nachdunkelnd; vom meist hell gelblichen Splintholz nicht scharf abgesetzt. Zuwachszonen-Grenzen bei einigen Arten markiert, bei anderen unauffällig; Holz zerstreutporig, Poren grob und meist mit Thyllen, auf Längsflächen deutliche helle Rillen bildend; Speichergewebe und Holzstrahlen unauffällig. Trockenes Holz ohne charakteristischen Geruch; Faserverlauf mit Wechseldrehwuchs und mitunter sehr unregelmäßig.
Farblich wie strukturell überwiegend homogenes Holz von mittlerer bis hoher Dichte; Holzbild schlicht, gelegentlich mit Glanzstreifen auf radialen Oberflächen.
Piquiá ist ein schweres, elastisches und hartes Holz mit Festigkeitseigenschaften, die in etwa im Bereich von Itaúba (Merkblatt 115) und ähnlich schweren Hölzern liegen. Die Bearbeitung mit Hand- und Maschinenwerkzeugen ist wegen der großen Härte und des oft unregelmäßigen Faserverlaufs erschwert. Für Nägel und Schrauben muss vorgebohrt werden; die Verklebung ist wegen der hohen Dichte des Holzes schwierig.
Das gegen Pilzbefall und Termiten resistente Holz kann im Außenbau (ohne Erdkontakt) langfristig eingesetzt werden. Die Resistenz gegen Meerwasser-Schädlinge ist nicht ausreichend für einen Einsatz im Salzwasser.
In den Ursprungsländern ist Piquiá ein preiswertes Konstruktionsholz im Außenbau für mechanisch und biologisch beanspruchte Anwendungen, an die keine hohen Anforderungen bezüglich Maßhaltigkeit gestellt werden, z. B. im Brücken- und Schiffsbau, im Wasserbau (nur Süßwasser!). Das einzige Sortiment, das gelegentlich den deutschen Markt erreicht, sind Terrassendielen. Weitere mögliche Einsatzgebiete sind aber auch Lärm- und Sichtschutz-Wände, Zaunanlagen und Vollholz-Parkett für Industrieanlagen.
Geeignet im Austausch für andere Außenbau-Hölzer vergleichbarer Rohdichte und natürlicher Dauerhaftigkeit wie z. B. Balau/Bangkirai (M 077), Bilinga (M 046) u. a.
CIRAD-FORÊT: Tropix 7: Fiches techniques, Version 7.5.1., Caryocar glabrum
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Mainieri, C. & Chimelo Perez, J. 1989: Fichas de Caracteristicas das Madeiras Brasileiras. IPT, Sao Paulo, BR
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(www.fpl.fs.usda.gov/documnts/TechSheets/Chudnoff/TropAmerican/html_files/caryoc1new.html)