Aus der Familie der Sapotaceae stammt eine Reihe schwerer, dunkel-rotbrauner und dauerhafter Hölzer, die bevorzugt für konstruktive Anwendungen im Außenbereich eingesetzt werden, darunter das hier beschriebene Mukulungu. Die Art unterliegt keinen internationalen Schutzbestimmungen (CITES), wird jedoch wegen langjähriger Dezimierung der Bestände auf der IUCN Red List als EN (endangered = stark gefährdet) geführt.
Splint gelblich bis rosa grau, frisches Kernholz mit verschiedenen Tönungen von hellviolett braun, zu dunkel-rotbraun nachdunkelnd, darin anderen Hölzern aus der Familie der Sapotaceae wie dem ebenfalls in Westafrika heimischen Moabi (Baillonella toxisperma), Makoré und Douka (Tieghemella spp.), dem südamerikanischen Massaranduba (Manilkara spp.) sowie dem asiatischen Bitis (Madhuca spp.) ähnlich. Poren mittelgroß und überwiegend in schräg radialen Gruppen angeordnet, meist durch Thyllen verstopft und auf glatten radialen Flächen als eng beieinander liegende Porenrillen noch erkennbar. Speichergewebe auf sauberen Querschnitten als schmale, oft wellige tangentiale Bändchen mit der Lupe gut zu erkennen, auf tangentialen Flächen mitunter eine feine Fladerung zeichnend. Holzstrahlen schmal und unauffällig, das Holzbild nicht beeinflussend. Zuwachszonengrenzen durch eine etwas dunklere Spätholzzone unterschiedlich deutlich. Faserverlauf regelmäßig wechseldrehwüchsig mit entsprechend deutlichen Glanzstreifen auf radialen Flächen.
Gesamtcharakter
Mittel bis dunkel rötlichbraunes, schwach poriges und schweres Holz ohne auffällige Strukturwechsel. Bei dem Holz kann durch besondere Wuchsform eine schachbrettähnliche Maserung auftreten, gebildet durch Überlagerung von Riegelwuchs und Wechseldrehwuchs.
Bearbeitbarkeit
Die Bearbeitung ist durch die hohe Dichte erschwert und erfordert, bedingt durch Einlagerungen von Silika (SiO2) erhöhten Kraftaufwand und Hartmetall bestückte Werkzeuge. Für Nägel, Schrauben und konstruktive Verbindungen sind genaue Vorbohrungen bzw. Passungen erforderlich. Die Verklebung mit handelsüblichen Präparaten kann schwierig sein, deshalb sollten Probeverklebungen vorgenommen oder mechanische Verbindungen vorgesehen werden. Kontakt mit alkalischen Klebern, frischem Mörtel und Eisenmetallen kann Verfärbungen verursachen.
Achtung: Bei Bearbeitung entsteht ein Schleimhäute stark reizender Holzstaub, der gute Absauganlagen, persönliche Schutzausrüstung sowie ständige Sauberkeit am Arbeitsplatz erfordert.
Trocknung
Das Stehvermögen ist befriedigend bis gut und damit besser als bei vielen anderen Hölzern vergleichbarer Rohdichte. Das Holz ist besonders träge in der Feuchteaufnahme und -abgabe. Freilufttrocknung verläuft langsam (Thyllen!) bei mittlerer Neigung zu Verformung und starker Neigung zu Rissbildung. Eine Kammertrocknung sollte sehr vorsichtig und mit einer gleichmäßigen Steuerung vorgenommen werden; am besten eignen sich schonende Programme wie z. B. Schedule H (Handbook of Hardwoods, GB). Freiluft-Vortrocknung wird empfohlen.
Verwendungsbereiche
Als Konstruktionsholz für starke Beanspruchungen im Innen- und Außenbereich, z. B. Brückenbau, Schwimmstege, Wasserbau, Terrassendielen, Kühlturmbau, Kläranlagen, Lärm- und Sichtschutzwände, Zaunanlagen. Gut geeignet für chemische Behälter und Labortische sowie hoch beanspruchte Fußböden in Werkhallen.
Mukulungu - Technische Eigenschaften
Rohdichte lufttrocken (12-15% u)
0,78–0,96–1,04 g/cm³
Druckfestigkeit u12-15
69–89–105 N/mm²
Biegefestigkeit u12-15
120–150(–199) N/mm²
Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15
12 500–17 100–21 900 N/mm²
Bruchschlagarbeit
9,1–13,2 kJ/m²
Härte (JANKA) ⊥, umgerechnet
9,5–10,3–11,1 kN
Härte (BRINELL) ⊥ zur Faser u12-15
35–45–62 N/mm²
Differentielles Schwindmass (radial)
≈ 0,30 %
Differentielles Schwindmass (tangential)
≈ 0,36 %
Trocknungsschwindmaß (radial)
4,1–5,0 %
Trocknungsschwindmaß (tangential)
5,1–6,5 %
pH-Wert
k. A.
Dauerhaftigkeitsklasse (DC) nach DIN EN 350
Klasse 1
Literatur
CIRAD-FORÊT Tropix 7: Fiches techniques Version 7.5.1. (Mukulungu)
Lemmens, R. H. M. J. 2007: Autranella congolensis (De Wild.) A. Chev. Record from PROTA4U. Louppe, D., Oteng-Amoako, A. A. & Brink, M. (Editors). PROTA (Plant Resources of Tropical Africa/Ressources végétales de l’Afrique tropicale), Wageningen, NL
Farmer, R. H. 1972: Handbook of Hardwoods. 2. Aufl., B.R.E. Princes Risborough, GB
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