Gelbes Meranti besteht, wie Rotes und Weißes Meranti, aus mehreren botanisch nahe verwandten Arten der Gattung Shorea. Die Hölzer dieser Farbgruppe unterscheiden sich von Rotem Meranti vor allem durch die hell gelbliche Farbe, von dem Weißen Meranti dagegen durch andere Verarbeitungseigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten, wie sie in den Merkblättern zu Rotem Meranti, Rotem Seraya, Rotem Lauan, Rotem Balau und Weißem Meranti beschrieben sind. Gelbes Meranti ist von den genannten Gruppen das bisher weniger bekannte Holz, kann aber importiert werden, da es im europäischen Klima als Vollholz bessere Einsatzmöglichkeiten hat als in den tropischen Erzeugerländern.
Überwiegend zylindrisch, geradschäftig und nur selten mit unregelmäßigem Wuchs. Durchmesser bis 1,5 m, meist um 1 m stark und mit astfreien Längen bis 25 m.
Farbe und Struktur
Splint gelblich grau bis gelblich weiß und 4 bis 7 cm breit. Kernholz gleichmäßig gelb, am Licht langsam gelblich braun nachdunkelnd und sich nur schwach vom Splint unterscheidend, den nachgedunkelten Hölzern des Weißen Meranti farblich ähnlich. Poren mittelgroß bis grob, leicht radial geordnet oder gleichmäßig zerstreut. Holzstrahlen fein, nur als Spiegel deutlich erkennbar. Speicherzellen selten und dann nur auf glatten Querschnitten als helle Bandstücke noch wahrzunehmen. Harzkanäle (vertikal), im Durchmesser deutlich kleiner als die Poren, in tangentialer Bändern in unregel-mäßigen Abständen; durch weiße Harzanfüllungen auf Längsflächen als helle Fladern oder sehr feine Linien noch erkennbar. Faserverlauf sehr gleichmäßig, meist mit leichtem Wechseldrehwuchs; Neigung zu Kurzbrüchigkeit (brittle heart) im innersten Kernholz geringer als bei anderen hellen Meranti-Hölzern. Das trockene Holz ist ohne spezifischen Geruch.
Gesamtcharakter
Auffällig gleichmäßig strukturiertes Holz mit einer relativ geschlossenen Oberfläche; von gleichmäßig heller Färbung, den nachgedunkelten Hölzern des Weißen Meranti, Weißen Seraya und Weißen Lauan sehr ähnlich.
Handelsformen
Rundholz: ab 0,6 m Durchmesser aufwärts
Schnittholz: ab 20 bis 100 mm Stärke und 5 bis 30 cm Breite
Profilbretter, Furniere und Platten: Herstellung je nach Marktlage.
Oberflächenbehandlung
Nach den bisherigen, außerhalb Deutschlands gemachten Erfahrungen bereitet die Behandlung des Gelben Meranti keine Schwierigkeiten: Um eine nachteilige Beeinflussung der hellen Naturfärbung zu vermeiden, sind Probeanstriche zu empfehlen und alkalische Mittel zu verwenden.
Innenanwendung: Hiefür können Mattierungen, Lacke, farblose oder pigmentierte Lasuren verwendet werden.
Außenanwendungen: Zur Erhaltung der hellen Naturfärbung sind Transparent- oder Klarlacke auf Alkyd- oder Epoxidharzbasis (letztere auf einer DD-Lackgrundierung) zu verwenden. Diese Behandlung ist zweckmäßig bei Holzteilen, die keinem Schlagregen und keiner Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind. Von diesen Forderungen unabhängig ist die Anwendung von Lasuranstrichen, sie sind außerdem leichter aufzutragen und zu pflegen. Von einer unbehandelten Verwendung des Gelben Meranti ist abzusehen, da es im feuchten Zustand wegen des Säuregehaltes zu Verfärbungen kommen kann.
Bearbeitbarkeit
Mäßig schweres Holz, dessen Festigkeitseigenschaften mit nur geringem Abstand unter denen von Weißem Meranti liegen. Sägen des frischen Rundholzes, wie auch trockenen Schnittholzes und jeder weiteren spanabhebende Bearbeitung, sind leicht und sauber durchführbar. Aufgrund der gleichmäßigen Struktur, mäßiger Härte und guter Stammform ist das Holz gut schäl- und messerbar. Holzverbindungen jeder Art, wie auch Dübel, Nägel und Schrauben halten gut. Für das Verleimen sind wegen des sauren Charakters nichtalkalische Leime zu verwenden, da sonst mit Fleckenbildungen zu rechnen ist.
Trocknung
Holz mit einem noch befriedigenden Stehvermögen. Unter Freiluftbedingungen trocknet das Holz langsam mit einer leichten Neigung zu Schüsseln und Krümmung über die Längsachse. Die technische Trocknung ist ohne besondere Schwierigkeiten durchführbar, in Malaysia werden die Programmfolgen F und J empfohlen (Handbook of Hardwoods).
Dauerhaftigkeitsklasse (DC) nach DIN EN 350
Die Resistenz gegen holzzerstörende Pilze und Insekten reicht von mäßig dauerhaft bis wenig dauerhaft, abhängig von der botanischen Art. Für Außenanwendungen wird das Holz nicht empfohlen; zudem ist es schlecht imprägnierbar. Nach dem Fällen ist frisches Holz wurmanfällig, darum sind zur Vermeidung von Verlusten schneller Transport, prophylaktische Schutzbehandlung und baldige Aufarbeitung des Holzes erforderlich.
Verwendungsbereiche
Aufgrund der guten Verarbeitungseigenschaften, der noch ausreichenden Witterungsfestigkeit und der gleichmäßig hellen Färbung ist Gelbes Meranti vielseitig einsetzbar, überwiegend für die Erzeugung von geschälten, und gemesserten Furnieren. Eine gute Eignung besteht für die Herstellung von Sperrholz für Schalungsplatten, Waggons und Container. Zeitweise wurden aus dem Holz auch laminierte Fensterkanteln gefertigt und international vermarktet. In den Ursprungsländern wird Gelbes Meranti auch für leichte Konstruktionen, Fensterläden, Dachunterschläge, Futter, Bekleidungen, Wand- und Deckenverkleidungen, außerdem für Möbelteile wie Schubkastenseiten sowie Anleimer verarbeitet.
Austauschhölzer
Als Vollholz für Limba, Framiré, Weißes Meranti und Nadelhölzer entsprechender Festigkeitseigenschaften; als Furnier zur Sperrholz-Erzeugung, für Limba, Weißes Meranti, Weißes Seraya und Okoumé.
Meranti, gelbes - Technische Eigenschaften
Gewicht frisch
850 kg/m³
Gewicht lufttrocken
590 kg/m³
Rohdichte lufttrocken (12-15% u)
0,54—0,57—0,66 g/cm³
Gewicht darrtrocken
530 kg/m³
Druckfestigkeit u12-15
40—51 N/mm²
Biegefestigkeit u12-15
68—81—102 N/mm²
Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15
10 260—12 650—14 100 N/mm²
Bruchschlagarbeit
k. A. kJ/m²
Härte (JANKA) ⊥, umgerechnet
2,5—3,1—4,0 kN
Härte (BRINELL) ⊥ zur Faser u12-15
14—17—20 N/mm²
Trocknungsschwindmaß (radial)
0,9—1,2 %
Trocknungsschwindmaß (tangential)
3,1—3,8 %
Dauerhaftigkeitsklasse (DC) nach DIN EN 350
Klasse (3)—4
Literatur
Burgess, P. F. 1966: Timbers of Sabah. Sabah For. Res. No. 6; Sandakan
Choo, K. T. & Lim, S. C. 1988: Malaysian Timbers – Yellow Meranti. Timber Trade leaflet No. 107. The Malaysian Timber Industry Board and Forest Research Institute Malaysia, Kuala Lumpur. 12 pp.
Gottwald, H. 1968: L’identification et L’appellation des Bois de Lauan et de Meranti, in Rev. Bois For. Trop. No. 121; Paris
Soerianegara, I. & R. H. M. J. Lemmens (eds) 1993: Plant resources of South-East Asia 5. (1) Timber trees: Major commercial timbers. Pudoc Scientific Publishers, Wageningen, 270 pp.
Wong, T. M. 1982: A Dictionary of Malaysian Timbers. Revised by Lim, S. C. & Chung, R. C. K. Malayan Forest Records No. 30. For. Res. Institute Malaysia, Kuala Lumpur. 201 pp.
Selbst zupacken
Bastelideen und Heimwerken
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