Sorgfaltspflicht bei Tropenholz
Sicherheit bei Tropenholz
Die Vielfalt und Qualität tropischer Holzarten ist enorm. Die für Holzimporteure verpflichtende Sorgfaltspflicht schafft Sicherheit und Vertrauen beim Kauf von Importholz.
Die Verwendung von Hölzern im Salzwasser ist durch holzzerstörende Schädlinge, wie z. B. Bohrmuscheln (Teredo) oder Bohrasseln (Limnoria), auf wenige, widerstandsfähige Holzarten beschränkt, von denen das aus dem nordöstlichen Südamerika stammende Greenheart die am längsten bekannte Art ist. Der Gehalt des Kernholzes an chemisch wirksamen Inhaltsstoffen (Alkaloiden) verhindert den zerstörenden Befall dieses Holzes langfristig. Bei unterschiedlicher Temperatur, Strömung und Sauberkeit sowie durch unterschiedlichen Salzgehalt des Wassers, ändern sich Art und Häufigkeit der schädigenden Tiere. Da sich außerdem verschiedene Wasserbauhölzer auch unter gleichen Bedingungen nicht gleich verhalten, ergibt sich abhängig von Einsatzort und Holzart oft eine unterschiedliche Dauerhaftigkeit. Obwohl das hier beschriebene Greenheart als besonders brauchbar beurteilt wird, ist aus genannten Gründen keines der anderen Wasserbauhölzer, wie z. B. Azobe/Bongossi, Angelique/ Basralocus oder auch das asiatische Billian
(Eusideroxylon zwageri) in jedem Gewässer überlegen.
Kernholz hell bis dunkel-olivbraun, teils mit dunklen Farbstreifen, nicht deutlich abgesetzt vom meist schmalen, etwas helleren Splintholz. Zuwachszonen-Grenzen nicht auffällig. Faserverlauf meist gerade bis seltener wechsel-drehwüchsig. Trockenes Holz ohne charakteristischen Geruch.
Farblich variables, strukturell sehr einheitliches Holz von mittlerer Textur und sehr hoher hoher Dichte; ohne besondere Maserung.
Bei typischen Verwendungen ist eine Behandlung zur Er-haltung einer frischen
Oberfläche nur selten erforderlich. Falls erforderlich, können Lacke u. a. auf Nitro-, Polyester- oder Harnstoffbasis verwendet werden; Greenheart gilt als chemisch schwach aktiv. Unbehandelte Flächen vergrauen bei Bewitterung.
Greenheart ist ein sehr schweres Holz mit außerordentlich hohen Festigkeitswerten, insgesamt höher als die von Basralocus; Druck- und Biegefestigkeit höher als die von Bongossi. Maschinelle Bearbeitung ist wegen der hohen Dichte erschwert und nur mit großem Kraftaufwand möglich. Für Schrauben und Bolzen muss vorgebohrt werden. Die Verleimung mit handelsüblichen Klebstoffen ist möglich, erfordert aber sorgfältig zugerichtete Oberflächen und trockenes Holz.
Kernholz von Greenheart besitzt neben außergewöhnlich hohen Festigkeitswerten auch eine gute Resistenz gegen chemische Einflüsse, Feuer, Trockenholztermiten, Pilze/Insekten sowie eine – bei Holz nur selten vorkommende, durch nichtmineralische Inhalte verursachte – Dauerhaftigkeit gegen Holz zerstörende Schädlinge im Meerwasser.
In der Vergangenheit wurde Greenheart wegen herausragender physikalischer, mechanischer und biologischer Eigenschaften sowie verfügbaren großen Dimensionen, bevorzugt als Konstruktionsholz eingesetzt, vorwiegend im Wasserbau für Anleger, Dalben, Docks, Landungsbrücken, Piers, Reibepfähle, Schleusen, Uferbefestigungen, Schwimmstege, Brücken – aber auch für Kühltürme und Kläranlagen. Jahrzehnte andauernde Übernutzung hat zu einem starken Rückgang der Vorräte geführt, sodass Greenheart in früher üblichen Mengen und Dimensionen nicht mehr zur Verfügung steht. Das heute noch vermarktete Holz stammt überwiegend aus dem Abriss alter Hafenanlagen und wird in kleinen Zuschnitten für Schnitzereien und Drechselarbeiten verwendet.
Aus Surinam wird unter dem Namen Groenheart
(ohne den Zusatz Demerara) ein farblich ähnliches und ebenfalls sehr schweres und gegen Pilzbefall resistentes Holz importiert. Es handelt sich jedoch nicht um hier beschriebenes Greenheart sondern um das meist unter dem brasilianischen Namen Ipê
gehandelte Holz von Handreanthus serratifolius (Familie Bignoniaceae), das nicht gegen Schädlinge im Meerwasser resistent ist.
!Achtung! Bei Bearbeitung entstehender Schleifstaub kann bei empfindlichen Personen Schleimhautreizungen verursachen, eingezogene Splitter auch starke Hautentzündungen. Maßnahmen wie Schutzmasken und effiziente Absaugung werden dringend empfohlen.
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